Die story
Aufgewachsen in der italienischen Provinz, geflüchtet aus der gesellschaftlichen Enge – heute trainiert Alex Boxer*innen in Berlin. Im Gepäck die gewaltvoll-erdrückende Frage seit Kindertagen: Mädchen oder Junge? Mann oder Frau? Androgyne Uneindeutigkeit scheint für Außenstehende schwer zu ertragen.
Mittlerweile ist Alex stark. Körperlich und mental. Doch als die Boxerin Senna sich dem Training anschließt und sich zögerlich eine Anziehung zwischen beiden entwickelt, wird auf die Probe gestellt, ob die Verletzungen der Kindheit verheilt sind.
Der Film
Wir verstehen diesen Film einerseits als eine Form von politischen Aktivismus im Feld der gender politics, andererseits ist er auch der Ausdruck für das Ringen um ein ästhetisches Ideal jenseits der Grenzen der Zweigeschlechtlichkeit.
Androgynität ist für uns ein ästhetisches Idealbild von Körpern, das die Schönheit von beiden sonst so klar getrennten Geschlechtern vereinbart. Sie zwingt zum Nachdenken über diese scheinbar so natürlichen Grenzen und den eigenen Blick auf andere.
Boxen als das zentrale Motiv wird hier zum Sinnbild eines Tanzes, der sich ebenfalls starren Regeln entzieht und ein Spiel mit fließenden Grenzen ist.
Im Zentrum jedoch steht der Körper mit all seinen Projektionen – ästhetische wie politischen & sozialen. Sie bestimmen mehr als alles andre darüber, als was wir gesehen werden und wer wir sind. Und sich in diesem Feld einen Spielraum für eigene Entscheidungen zu schaffen, das ist unser Anliegen. Denn am Ende steht für uns alle die Frage, wer oder was zwingt mich mit welchem Recht eigentlich dazu ganz genau zu definieren wer ich bin.
VERSUS ist ein Kurzfilm und eine Produktion der Berliner FilmArche. Wir sind eine selbstorganierte Filmschule.
Infos
Bildgestaltung und Regie: Pavlina Komonova & Nate Pischner
Drehbuch: Uli Gersten
Montage: Inga Knobloch
Länge: 15 min
Drehort: Berlin
Drehtage: 3-4
Drehzeitraum: Sommer/Herbst 2020 (unter Vorbehalt)
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